Am Sonntag, den 8. Januar fand in Diedersdorf der Neujahrsempfang des Ortsbeirates statt. Nachfolgend finden Sie die Rede von Marian Andor Wick (Ortsvorsteher, Fraktion der FDP - parteilos)
Liebe Diedersdorferinnen und Diedersdorfer, sehr geehrter Herr Bürgermeister, liebe Gemeindevertreter sowie Mitarbeiter der Gemeindeverwaltung, liebe ansässige Gewerbetreibende und liebe Gäste
Der Ortsbeirat Diedersdorf, wie Sie sicherlich ja alle wissen, bestehend aus Manfred Seelig, Jürgen Müller und meiner Person, begrüßt Sie hier heute bei frühlingshaften Temperaturen zum diesjährigen Neujahrsempfang. Erinnern Sie sich noch an unseren Empfang im letzten Jahr? Da mussten wir uns alle durch meterhohe Schneeberge kämpfen. Ich denke, dass wir heute besseres Wetter haben, auch wenn es nicht zur Jahreszeit passend ist.
Beim Betreten unseres DGH haben Sie hier die besondere Dekoration heute sicherlich schon bemerkt, denn die Diedersdorfer Bürger können in diesem Jahr ein kleines Jubiläum feiern. Seit nunmehr genau 10 Jahren gehören wir wieder zur Gemeinde Großbeeren und dieses Jubiläum möchte ich auch heute zum Thema unseres Neujahrsempfanges machen:
Wie war das damals und warum hat man sich eigentlich Großbeeren angeschlossen???
Ende des letzten Jahrhunderts, besser gesagt seit 1992, als das Amt Ludwigsfelde-Land entstand und dieses Amt seinen Sitz in Ludwigsfelde erhalten sollte, was den Diedersdorfern damals viel zu weit entfernt gewesen ist, entschlossen sich die Diedersdorfer, obwohl man zuvor viele Jahrzehnte Großbeeren angehörte, sich dem Amt Blankenfelde Mahlow anzuschließen.
Man wollte aber in den ersten Jahren des neuen Jahrtausends die kleineren Gemeinden zusammenfassen, - Gemeindegebietsreformen standen also an, damit diese dann effektiver verwaltet werden konnten. Man lockte die Dörfer mit sogenannten „Kopfprämien“, die bei einer schnellen Entscheidung vom Land zur Verfügung gestellt wurden.
Die Gemeindevertretung Diedersdorf, die sich bereits Anfang des Jahres 2001 intensiv mit diesem Thema befasst hatte, lud nach umfangreicher Vorbereitung und Beteiligung der Bürger am 8.07.2001 alle Dorfbewohner in die Scheune der Fam. Thiemes ein, um dort sehr kontrovers über das pro und contra für einen Beitritt zu Großbeeren bzw. dem Amt Blankenfelde-Mahlow öffentlich zu diskutieren. Der eine oder andere wird sich vielleicht noch sehr gut an diese sehr stimmungsgeladene und teilweise sehr emotionale Veranstaltung erinnern.
Am 23.09.2001 fand dann hier in Diedersdorf ein Bürgerentscheid statt, bei dem sich gut 65 % aller an der Wahl teilgenommenen Dorfbewohner für den Zusammenschluss mit der Gemeinde Großbeeren aussprachen.
Zu diesem Zeitpunkt gehörte Großbeeren noch dem Amt Ludwigsfelde-Land an, sollte aber zum 01.12.2001 zu einer eigenständigen Großgemeinde aufsteigen. Den Tag der „Eheschließung“ hatte man deshalb auf den 31.Dezember 2001 gelegt. Dieser wurde dann auch in der Silvesternacht mit einer großartigen Party auf dem Gutshof in Großbeeren gefeiert, dessen Highlight dann das brillante Höhenfeuerwerk war.
Die Kopfprämie, die der damalige Ortsbürgermeister von Diedersdorf, Carl Ahlgrimm, in Verhandlungen mit der Gemeinde Großbeeren zur Verwendung im eigenen Ort „sichern“ konnte, betrug insgesamt 237 200,- DM. Aus der „Mitgift“ wurde teilweise die neue Feuerwache hier im Ort finanziert. Am Tag der „Hochzeit“ hatte Diedersdorf 834 Einwohner und war mit Abstand der einwohnerreichste Ortsteil in der neuen Gemeinde. In Großbeeren wohnten damals 5 574 Bewohner.
Mit der Gemeindefusion zogen vier Mitglieder der Gemeindevertretung Diedersdorf in die Gemeindevertretung Großbeeren ein. Es handelte sich damals um Carl Ahlgrimm (Ortsbürgermeister), Christine Blankenburg, Jürgen Müller und Werner Teichert.
Die Gemeindevertretung Diedersdorf hieß ab sofort Ortsbeirat und setzte sich aus Carl Ahlgrimm, André Koschitzki, Jürgen Müller, Eckhard Senff und mir zusammen.
Jetzt, nach 10 Jahren, kann man die Zeit doch schon ein wenig Revue passieren lassen, und ich muss nicht lügen, wenn ich sage, dass die damalige Entscheidung, sich der Gemeinde Großbeeren anzuschließen, eine sehr kluge und weitsichtige war. Wir sind wieder fester mit unserer „früheren“ Braut zusammengewachsen, im Ort aber auch in der gesamten Gemeinde gab es viele Investitionen, der Gemeindehaushalt sieht weitaus ausgeglichener aus als in anderen Gemeinden und die Schulden halten sich auch in Grenzen. Es gibt noch viele andere Dinge, die sich in der gesamten Gemeinde in den letzten 10 Jahren positiv entwickelt haben, diese alle aufzuführen würde aber den Rahmen hier sprengen.
Leider sehe ich, wenn ich heute so in die Runde schaue, überwiegend Personen, die bereits einige runde Geburtstage feiern durften. Es muss unser Ziel und unsere Anstrengungen für die nächsten Jahre sein, dass sich das Alter derjenigen, die sich ehrenamtlich für das Gemeinwohl unserer Bewohner einsetzen, deutlich verjüngt, da wir hierbei alle arge Nachwuchssorgen haben. Die Älteren von uns wollen auch irgendwann mal ihre Aktivitäten altersgerecht „zurückfahren“. Hier müssen wir versuchen, die Jugend für diese Aufgaben zu begeistern, auch wenn dieses bei Konkurrenten wie Handy, Computer bzw. Internet und Spielekonsolen sehr schwer sein wird….
Jedoch gibt es für die Diedersdorfer natürlich auch bis zum heutigen Tag noch einige Wünsche, die leider bislang in dieser „zehnjährigen Ehe“ unerfüllt blieben: Ein verstärkter Ausbau des ÖPNV (vermehrte Buslinien, auch abends und vor allem am Wochenende) und eine Einkaufsmöglichkeit in Dorf, vor allem für unsere nicht mehr ganz so mobilen Senioren.
Müssen wir etwa bis zur Erfüllung dieser Wünsche noch bis zur „Silberhochzeit“ warten????
Sie, verehrte Anwesende, haben Diedersdorf zu dem gemacht, was es heute ist.
Ein mutiges, modernes Dorf, mit einem intakten Vereinsleben und vielen hilfsbereiten Menschen, die sich um die Senioren, die Jugendlichen und Kinder sowie die Feuerwehr und ihrer Jugendabteilung, kümmern.
Hier wird keiner im Regen stehen gelassen und die vielen Feiern/Veranstaltungen, die es über das Jahr verteilt hier im Dorf gibt, sind immer gut besucht, bieten tolle Unterhaltung und haben einen hohen Spaßfaktor.
DAFÜR DANKEN WIR IHNEN und bitten Sie, uns und unser schönes Diedersdorf auch in der Zukunft mit Ihrer gesamten Kraft zu unterstützen.
Sie alle haben hier heute die Möglichkeit, Ihre Fragen, Wünsche, Ideen und Anregungen, - aber auch ihre Kritik, mit denen zu erörtern, die aufgrund Ihrer Position bzw. Funktion viel bewegen können. Nutzen Sie also die Chance.
Wir wünschen Ihnen und Ihren Angehörigen eine gesundes, zufriedenes, erfolgreiches neues Jahr, mit viel Sonnenschein im täglichen Leben und bei unserem Neujahrsempfang heute interessante Gespräche, das Knüpfen neuer Kontakte bzw. das Festigen bereits bestehender, - kurzweilige Stunden am heutigen Tag und weiterhin zukünftig tolle Ideen, für die wir immer ein offenes Ohr haben werden.
Lassen Sie uns nun unser Glas erheben und gemeinsam auf das Jahr 2012 anstoßen.